Alkohol

Über Alkohol

Alkohol ist eine der ältesten und gesellschaftlich verbreitetsten, legalen Drogen in Deutschland.

Alkohol (Ethanol) wird durch Vergärung von Zucker aus unterschiedlichen Grundstoffen, wie z.B. Weintrauben, Früchten, Getreide, Zuckerrohr oder Kartoffeln gewonnen. Je nach Getränk, findet man einen hohen oder eher niedrigen Alkoholgehalt. Bier hat z.B. ein Volumengehalt von 4 bis 8 Prozent, Weinbrand oder Schnaps enthalten bis zu 50 Prozent. Viele Menschen denken deshalb, dass Bier nicht so schädlich ist wie Schnaps. Das ist falsch. Die gesundheitlichen Folgen hängen nur von der Menge des tatsächlich getrunkenen reinen Alkohols ab, das heißt in gewissen Mengen ist Bier genauso schädlich!

Alkohol wird über die Schleimhäute des Dünn- und Dickdarms ins Blut aufgenommen.

Aufgrund der hohen Anpassungsfähigkeit unseres Körpers ist dieser in der Lage, selbst über lange Zeit hinweg erhebliche Mengen Alkohol zu verarbeiten obwohl diese ihn schädigen. Bei regelmäßigem Alkoholgenuss setzt eine Toleranzentwicklung ein. Dies bedeutet nicht, dass bei gleichem Alkoholkonsum weniger Schaden erzeugt, lediglich die Auswirkungen, die man selbst spürt, also der Rauschzustand wird scheinbar geringer. Das Zellgift wirkt jedoch gleich schädigend. Der Körper hat durch die Gewöhnung an das Gift nur seine Reaktion darauf eingestellt.

Zahlen und Fakten

  • Einen riskanten Alkoholkonsum zeigen in Deutschland rund 18 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen. (Alkoholatlas, 2017)
  • Etwa 1,77 Millionen Menschen gelten als alkoholabhängig und damit behandlungsbedürftig. (DHS, 2018)
  • 74.000 Todesfälle jährlich in Deutschland durch Alkohol und den kombinierten Konsum mit Tabak. (DHS, 2018)
  • Der regelmäßige Alkoholkonsum von Jugendlichen in Deutschland ist jedoch insgesamt eher rückläufig. Vor allem in der Altersgruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen griffen im Jahr 2016 deutlich weniger Jugendliche regelmäßig zu alkoholischen Getränken. Während 2004 noch etwa jeder Fünfte (21 Prozent) dieser Altersgruppe angab, mindestens einmal in der Woche Alkohol zu trinken, lag dieser Anteil im Jahr 2016 bei 10 Prozent. (BZgA, 2017)
  • 16,5 Prozent der 12- bis 17-jährigen männlichen Jugendlichen haben in den letzten 30 Tagen einmal fünf Gläser oder mehr getrunken (Rauschtrinken). 2007 waren es noch 30,7 Prozent. Bei den weiblichen Jugendlichen ist die Zahl von 20 Prozent im Jahr 2007 auf 10,3 Prozent im Jahr 2016 gesunken. (BZgA, 2017)
  • Der erste Alkoholkonsum findet mit einem durchschnittlichen Alter von 14,9 Jahren statt. (BZgA 2017)

Mögliche kurzfristige Folgen

  • erhöhter Puls
  • Euphorie
  • Hemmungen sinken
  • Beeinträchtigungen der Wahrnehmung
  • erhöhtes Redebedürfnis
  • erweiterte Blutgefäße
  • vermehrtes Schwitzen
  • undeutliche Aussprache
  • erhöhtes Depressions- und Suizidrisiko
  • Vergiftung (Anzeichen: Erbrechen, Atemstillstand)
  • Tod durch Lähmung des Atemzentrums ab etwa 4 Promille (Lebensgefahr besteht aber schon ab etwa 3 Promille)

Alkohol beeinträchtigt bereits ab 0,2 Promille die Wahrnehmung.
Ab 0,3 Promille verzögert er das Reaktionsvermögen und die Aufmerksamkeit erheblich obwohl er gleichzeitig das subjektive Sicherheitsgefühl steigert. Dies hat eine erhöhte Unfallwahrscheinlichkeit (z.B. bei der Arbeit und im Straßenverkehr) zur Folge. Zudem treten Gleichgewichtsstörungen auf.
Bei 0,8 Promille kommt es zum sogenannten Tunnelblick, bei dem man nicht mehr ausreichend wahrnehmen kann, was von der Seite auf einen zukommt.

Mögliche langfristige Folgen

Neben Unfallfolgen und den strafrechtlichen Konsequenzen der Taten, die unter Alkoholeinfluss begangen werden, gibt es verheerende körperliche Folgen:

Alkohol ist an der Entstehung von über 200 verschiedenen Krankheiten beteiligt. Besonders stark in Mitleidenschaft gezogen werden das Gehirn, das Herz und die Leber, die den Alkohol irgendwann nicht mehr verarbeiten kann und dadurch entweder anschwillt, verfettet oder schrumpft. Fettleber und Leberschwellung können wieder ausheilen während die Schrumpfung, die sogenannte Leberzirrhose, chronisch ist und zum Tod führen kann.

Insgesamt entstehen weltweit rund 5,5 Prozent aller Krebsfälle infolge von Alkoholkonsum. (Alkoholatlas 2017)